Wenn Ruhe ungewohnt ist
- Nancy Lottes
- 22. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit

Viele Menschen sehnen sich nach Ruhe und merken gleichzeitig, dass sie ihnen nicht leichtfällt. Sobald es still wird, tauchen Gedanken auf, innere Unruhe macht sich bemerkbar oder ein diffuses Gefühl von Unbehagen entsteht. Das kann verunsichern und führt oft dazu, dass Stille vermieden wird. Nicht, weil etwas falsch ist, sondern weil unser Nervensystem an Daueraktivität gewöhnt ist.
In einem Alltag voller Reize, Informationen und Aufgaben wirkt Ruhe zunächst ungewohnt. Der Körper bleibt im Funktionsmodus, auch wenn der äußere Lärm nachlässt. Gedanken kreisen weiter, Erwartungen melden sich, alte Anspannung wird spürbar. Ruhe fühlt sich dann nicht entspannend an, sondern fremd. Dieses Erleben ist normal und kein Zeichen von Versagen oder mangelnder Achtsamkeit.
Viele reagieren darauf mit Ablenkung. Das Handy liegt griffbereit, die nächste Aufgabe wartet bereits oder Musik füllt die Stille. Diese Strategien helfen kurzfristig, verhindern jedoch, dass sich echte Ruhe entwickeln kann. Ruhe braucht Zeit und einen sicheren Rahmen, um sich langsam entfalten zu dürfen.
RE:CALM versteht Ruhe nicht als Zustand, der sofort erreicht werden muss. Es lädt dazu ein, sich ihr behutsam zu nähern. Kleine Momente der Stille, kurze Pausen und sanfte Rituale helfen dem Nervensystem, sich neu zu orientieren. Ruhe darf sich schrittweise einstellen und muss nicht sofort angenehm sein.
Das RE:CALM Workbook begleitet diesen Prozess ohne Bewertung und ohne Zielvorgabe. Es bietet Impulse, die helfen können, das Ungewohnte einzuordnen und Vertrauen in den eigenen Rhythmus zu entwickeln. Vielleicht ist Ruhe nicht etwas, das hergestellt werden muss. Vielleicht ist sie etwas, das langsam wachsen darf, wenn du ihr Raum gibst.



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